selbstgerechtes Gejammer

Die Süddeutsche hat sich mal wieder entsprechend ins Zeug geworfen und ihre Positionen zu 60 Jahre Israel von einem real-existierenden Palästinenser aus München niederschreiben lassen. Fuad Hamdan darf sich in der Rubirk “Außenansicht” über sämtliches Leid, welches Israel über die Palis gebracht habe auslassen. Und wie meist in solchen Fällen ohne einen Ton über palästinensische Schandtaten fallen zu lassen.
   Und das ist genau das Leidige an diesem Krieg um die Herzen, dass das Konzept aufgeht. Dieses gebetsmühlenartige Wiederholen sämtlicher schon von allen möglichen kompetenten Stellen widerlegten Behauptungen zur palästinensischen Katastrophe – meist liebevoll Nakbar genannt. Und genau dieses ständige Gejammer über die bösen Israelis, die ihren Staat auf den “Ruinen eines Volkes” (Hamdan) aufbauen, Dinge betrieben, die man heute einen Genozid nennen würde und und und.
   Dieses Gejammer über die Anderen ohne auch nur einmal zu reflektieren, dass man selber (wenn ich das mal so sagen darf) in den zurückliegenden 60 Jahren nicht eine einzige Initiative auf die Reihe gebracht hat, die auch nur ansatzweise suggerierte, dass man Frieden möchte. Nicht eines der zahlreich gemachten Angebote, die seit je her währende Malaise gütlich zu beenden, wurde auch nur ansatzweise als akzeptabel angesehen. Nein, stets auf Krieg wurde gesetzt.
   In Israel wurde und wird noch jedwede politische und militärische Aktion kontrovers diskutiert. In der israelischen Gesellschaft gibt es starke Strömungen, die weitreichende Konzessionen machen würden. Es werden Manifestationen gegen den Sperrzaun, meist Mauer genannt, durchgeführt, es wird gegen Siedlungen in den palästinensichen Gebieten demonstriert. In Leitartikeln israelischer Medien wird leidenschaftlich die eigene Politik diskutiert.
   Nicht so bei den Palis. Nun könnte man zumindest von den Exilanten erwarten, dass sie als außerhalb der autoritären arabischen Machtgefüge lebend ein wenig selbstkritischer werden und langsam anfangen, palästinensisch-arabisches Versagen (welches sich nicht nur auf verlorene Kriege bezieht) zu thematisieren. Wenn Hamdan schreibt, dass “seit Jahren unentwegt nach Frieden gebettelt” werde, kann man ja nur lachen angesichts der realen Bettelei, die stets einhergeht mit Kassamraketenbeschuss nach der lange verlangten Räumung des Gazastreifens. Demnächst sollen Kontrollposten im Westjordanland abgebaut werden. Man darf drauf wetten, dass sich wieder verstärkt Suizidbomber auf den Weg machen.
   Es müssten sich Stimmen erheben, die das “eigene Volk” in die Pflicht nehmen und die Forderung “Verantwortung übernehmen” stellen, um Friedenswillen zu beweisen. Und nicht nur selbstgerecht Jammern, die eigenen Schandtaten galant unerwähnt lassen, die eigenen verpassten Chancen immer den anderen anlasten – auch wenn Medien, wie die Süddeutsche Zeitung dies gerne hören und lesen und dann vor allem abdrucken.

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