Die Frage war frech, aber sie war auch berechtigt. Wie er annehmen könne, dass ihm diesmal geglaubt werde, wo er doch jahrelang bezüglich seiner eigenen Dopingvergangenheit gelogen habe.

Ein völlig normale Frage, vielleicht konfrontativ, aber für den Standard so frech, dass sie die Seite 2 der Printausgabe schmückt. Im Prinzip auch logisch.
Nach Wiener Art ist schon die direkte Anrede immer kurz vorm Untergriff, der Blick in die Augen ein Angriff, eine Beschwerde gilt als Gesudere (einer der vielen Stolpersteine des hiesigen Kanzlers). Die ganz spezielle österreichische Bösartigkeit muss sich oft komplizierte Wege hintenrum suchen. Ist dieser Weg einmal zu lang (was oft genug vorkommt), platzt sie vulkanartig mitten ins Geschehen und jeder, der es eigentlich weiß, tut völlig überrascht. Kein Wunder, dass hier nichts vorwärts geht.
Und so gesehen muss es für den Standard eine (bewundernswert freche) Heldentat sein, wenn ein nichtösterreichisches Fernsehteam Bjarne Riis mit seiner Glaubwürdigkeit konfrontiert, als dieser beteuert, mit Frank Schleck nicht beim spanischen Dopingspezialisten in Madrid gewesen zu sein.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: