Schon auf Seite Zwölf dieses Büchleins offenbart sich eine grundlegende Schwäche: Die Rede von »säkularen Muslimen«. Seyran Ates, die eher als Kritikerin des Islam in der Öffentlichkeit auffällt denn als religiöse oder gläubige Frau, ist für Thomas Schmidinger eine »säkulare Muslimin«. Wenn Schmidinger eine Seite weiter »eine Überbetonung des Religiösen« beklagt, ist das doch recht merkwürdig: geht er doch selbst nach dem Prinzip vor, die Religion quasi zu ethnisieren und die Zugehörigkeit nicht mehr nach Glauben oder Unglauben, sondern offensichtlich nach »Wurzeln« oder Ähnlichem zu definieren.
Im gesellschaftlichen Diskurs würden »aus Arbeitern, Frauen, Linken oder Rechten, Homo-, Bi- oder Heterosexuellen »Muslime«, die keine andere Identität mehr haben (dürfen)«, beklagt er schließlich zurecht, um es selbst so handzuhaben und Seyran Ates höchstselbst keine andere Identität zu gestatten.

2 Responses to

  1. lahmacun says:

    »säkularen Muslimen«

    hat ein Gschmäckle.

  2. lahmacun says:

    eigentlich isses simpler rassismus.

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