stable Palestine

Die Hamas signalisiere die Bereitschaft, einen Palästinenserstaat innerhalb der Grenzen von 1967, also vor dem Sechstagekrieg, zu akzeptieren, verlautet es aus dem Standard. Klingt witzig, denn die Hamas oder auch andere Palästinenserorganisationen müssten sich in diesem Fall mit Jordanien beziehungweise Ägypten an einen Tisch setzen, die jeweils seinerzeit für die Palästinensergebiete zuständig waren, weil sie sie besetzt hielten.
Dem Standard nach läge es nun an Washington, respektive Obama, dieses großzügige Angebot anzunehmen, weil ja schließlich Obama Gesprächsbereitschaft gegenüber Teheran signalisierte. Was ist das eigentlich für eine seltsame Vorstellung von Diplomatie: Wer mit einem Bösewicht redet, muss sämtliche Terroristen der Welt zu sich einladen?
Dem zu Grunde liegt wohl die schon etwas verstaubte Sichtweise des antiimperialistischen Lagers, Israel sei eh nur eine Marionette Washingtons, an welche sich selber gar nicht gewandt werden müsse.
Weiters wird gedrängelt, dass eine Destabilisierung der Palästinensergebiete drohe, wenn die USA die »Chance« verstreichen lassen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die USA lassen eine Chance »auf Frieden in Nahost« verstreichen!
Die Palästinenser – formerly: Araber – haben Jahrzehnte nicht eine Chance wahrgenommen, ihre Situation zu verbessern, sei es durch die Gründung eines Staates oder sonstwas. Eine Stabilisierung stand nie auf deren Agenda, im Gegenteil hat die »Destabilisierung« Israels höchste Priorität. Man darf hoffen, dass dieses Unterfangen weiterhin nicht zielführend ist. Eine Stabilisierung der palästinensischen Gebiete hingegen wird sich vermutlich fast automatisch einstellen, sollte – was von der Welt, geschweige denn vom Standard, noch nie ernsthaft gefordert wurde – der Kampf gegen Israel irgendwann eingestellt werden.

3 Responses to stable Palestine

  1. carla says:

    Außerdem: wenn schon “Iran … die Hamas wesentlich mit [finanziert]”, wie der Standard immerhin schreibt, sollte es doch genügen, mit dem Boss und Geldgeber zu reden, der wird die Ergebnisse dann schon seinen Unterlingen vermitteln. So es Nenneswertes zu vermitteln gäbe, was leise bezweifelt werden kann.

  2. jensito says:

    Weitere Verhandlungspartner wären vor allem die EU als größter Finanzier der Palästinenser!

  3. Maks says:

    Der Artikel war urspruenglich in der Haaretz erschienen und von Amira Hass verfasst. Ihre Einstellung zu dem Konflikt ist ja hinlaenglich bekannt, der armen Frau haette man sonstwas erzaehlen koennen und sie haette es weitergegeben. Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen……

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: