Das immer wieder Erschütternde an dieser nahöstlichen Tragik ist, dass die Weltöffentlichkeit jedesmal aufs Neue auf diese Inszenierungen hereinfällt, bzw. zum Teil wahrscheinlich sogar bewusst so aufnimmt.
   Will die Hamas Raketen Richtung Israel abfeuern, stellt sie den Raketenwerfer auf oder vor das Gebäude einer Schule, eines Kindergarten oder einer vergleichbaren Einrichtung. Ob die Dinger dann in Sderot oder Ashkelon tatsächlich Menschen töten oder nur in Angst und Schrecken versetzen, rührt die Weltöffentlichkeit noch nicht groß. Ortet die israelische Armee den Raketenwerfer schließlich und schießt ihn kaputt, so das Kalkül, sterben unschuldige Kinder, die den schon bereitstehenden Kameras vor die Linse gehalten werden. Auf jeden Fall ein Punktsieg.
   Kein Wunder, dass das Naheverhältnis zur Hamas eine ähnlich wirksame Strategie der Solidaritätsflotte hervorbringt. Man deklariert einen Konvoi zur humanitären Aktion, geht auf keinerlei Angebot Israels ein, beim Transport der Güter behilflich zu sein und ignoriert sämtliche Warnungen, dass ein Durchkommen zum Gazahafen nicht möglich ist. Dann empfängt man die einzeln eintreffenden Soldaten mit größtmöglicher Brutalität, bis es gar nicht mehr anders sein kann, als dass in den eigenen Reihen die ersten Toten zu beklagen sind. Diese wiederum sorgen für den notwendigen öffentlichen Aufschrei und die Weltöffentlichkeit stellt sich fast geschlossen hinter den Krieg gegen Israel – flankiert vom schwedischen Autor Henning Mankell, von dem man gar nicht wirklich weiß, ob Linker oder Nazi ist.

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