27.12.2012

cinephilia.at


13.09.2011

Das allgegenwärtige Gefühl der Überflüssigkeit sollte auf keinen Fall in einen Moment der Bejahung übergehen. Einzig der Wiener macht es gescheit und hasst nicht nur jeden, sondern vor allem sich selbst am meisten. Besonders guter Ausdruck dieses Selbsthasses, ist die Liebe zur Käsekrainer.


28.04.2009

Wenn ich die Krise wäre, würde ich die Grippe nutzen, und einen möglichst unauffälligen Abgang hinlegen.


bipolar

19.02.2009

Wien ist ja gemeinhin eine depressive und langsame Stadt. Vor allem wenn ab Herbst und dann in der Winterzeit der hartnäckige Hochnebel schwer aufs Gemüt drückt.
   In vielen Reiseführern wird die Langsamkeit immerhin als sehr gemütlich gepriesen und die übellaunige Schwermut als besonderer Wiener Charme. Nichts hasst der Wiener mehr, als wenn er Dinge gleich erledigen muss, anstatt sie in aller Ruhe um einen Tag zu verschieben. Ist ja an und für sich auch hübsch, sich ein wenig Zeit nehmen zu können. Entschleunigung war nicht ohne Grund lange einer der liebsten Fachtermini des heimischen Feuilletons.
   Am schönsten wird dieses illustriert durch morgendliche Konversationen in der Straßenbahn. Ein Beispiel: Ich, spät dran, wie immer, auf dem Weg in die Arbeit. Der Straßenbahnfahrer, dem gemeinen Hektiker diametral entgegengesetzt, schleicht mit seiner Bim durch Wiens Straßen. Ich zum Straßenbahnfahrer, ob wir nicht ein wenig schneller könnten, ich muss in die Arbeit. Worauf er antwortet, kein Stress, junger Mann, ich bin schon in der Arbeit.
   Wie auch immer. Richtig manisch hingegen kann der Wiener werden, wenn sich ein paar Schneeflocken vom Himmel runter trauen. Sämtliche zur Verfügung stehenden Fahrzeuge, die Streusalz aufnehmen können und zu verteilen in der Lage sind, werden an die Front geschickt, um der einen Millimeter hoch auf den Straßen und Gehwegen liegenden Schneemassen Herr zu werden. Die millimeterdicke Schneedecke wird binnen kürzester Zeit durch eine zentimeterdicke Salzschicht substituiert.
   Warum das nicht auf später verschoben werden kann, fragen Sie nun zurecht. Na, weil dann der Schnee nicht mehr liegt! Und das stresst den Wiener vermutlich richtig, dass er in diesem Falle sofort handeln muss.


25.07.2008

Man muss ja nicht jeden Tag alles erledigen. Aber jeden Tag quasi nichts erledigen, bedeutet, sich unweigerlich dem Tag der Dekompensation zu nähern.


4.06.2008

Um den reisenden Fußballfans einen angemessenen Service zu bieten, setzt die SBB 1500 zusätzliche Sicherheitskräfte ein.

Und auch hier wähnt man, dass Abermillionen von diesen Pissern in die Stadt kommen. Für sieben Spiele! In anderen österreichischen Städten sind es streckenweise nur drei. Und über ein durchschnittliches Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern geht nichts hinaus. Wenn man ganz normalen Ligabetrieb simulieren würde – gut, der ist in Österreich ein Witz – könnte man die Unbeteiligten unbehelligt lassen.
   Aber nein, Wimpel an den Autos, kein Werbeplakat ohne Fußballanalogie, Extrabeilagen in den Zeitungen, Straßen werden für Publicurinatingzones und Fanmeilen gesperrt – am Wochenende geht die Scheiße los.
   Das einzig Mildernde: Österreich und Deutschland scheitern gemeinsam in der Vorrunde.


21.02.2008

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